Ohnmacht und Schüttelfrost, Erstickungsanfälle, Schläge und Tritte bestimmten die Verhöre, in denen zwei Basken erklärten, sie hätten 2008 in Venezuela eine militärische Ausbildung erhalten. Gegen die Umstände, die in der fünftägigen Incomunciado-Haft geherrscht haben, protestierte sogar einer ihrer Pflichtverteidiger. Er forderte, die Isolationshaft aufzuheben, und weigerte sich, die Aussage seines Mandaten zu unterschreiben.
Erst am Mittwoch durften Xabier Atristain und Juan Carlos Besance mit ihren Vertrauensanwälten sprechen.Eine Woche zuvor hatte die Guardia Civil sie unter dem Verdacht festgenommen, sie gehörten zur Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA, Baskenland und Freiheit). Spaniens Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba zeigte so, dass er trotz aller Verhandlungsbereitschaft seitens der ETA den Anti-Terror-Kampf unvermindert fortführt – Folter inklusive.
Auf der 500 Kilometer langen Fahrt nach Madrid wurden Atristain und Besance zweimal ohnmächtig, weil die Polizisten ihnen mit Plastiktüten die Luft abschnürten. Später setzte es Tritte und Schläge. Dabei wickelten die Beamten den von der Hüfte ab nackten Besance in eine Decke, um nachweisbare Wunden zu vermeiden. Als der Häftling zu schwitzen begann, brachten sie ihn in einen eiskalten Raum. Atristain schütteten sie Eiswasser über den Körper. Neben Prügel und Drohungen begossen die Polizisten die beiden mit einer unbekannten Flüssigkeit, die bei Atristain zum Verlust der Kopfhaut geführt haben soll.
Währenddessen setzt die spanische Presse ihre Kampagne gegen Präsident Hugo Chávez und seinen Botschafter in Madrid, Isaías Rodríguez, fort. Beide hatten sich zwar vom Kampf der ETA distanziert, aber auch den Wahrheitsgehalt der Aussagen bezweifelt. Die regierungsnahe Zeitung El País behauptet: “Seitdem er [Chávez, IN] seit 1999 regiert, hat die spanische Justiz in Venezuela die Auslieferung von 21 Personen, darunter sieben Etarras, beantragt, aber keine wurde verhaftet noch ausgeliefert.” Schon 2002 übergab die venezolanische Polizei vier Basken rechtswidrig an Madrid. Die …