Erneut ETA-Chef verhaftet 28.02.2010

Am Sonntagmorgen ist erneut der Chef der ETA in Frankreich festgenommen worden. Wie das spanische Innenministerium mitteilte, wurde Ibon Gogeaskoetxea mit zwei weiteren Personen in einem Landhaus in der Normandie festgenommen. Gogeaskoetxea wäre somit der fünfte ETA-Chef, der innerhalb der letzten 18 Monate festgenommen wurde. Nach spanischen Angaben war zuletzt im Oktober vergangenen Jahres ein ETA-Chef gefasst worden.

Verhaftungen angeblich hochrangiger ETA-Mitglieder oder Entdeckung angeblicher Attentatspläne folgen derzeit immer kurz auf Aktionen im Rahmen der politischen Friendensinitiative der baskischen linken Unabhängigkeitsbewegung. Die abertzale Linke hatte erklärt, unilateral auf jede Art der Gewalt zu verzichten und das Ziel eines unabhängigen, sozialistischen Baskenlandes mit ausschliesslich friedlichen, demokratischen Mitteln zu verfolgen. Im Januar hatte ETA erklärt, die Strategie der abertzale Linken “als die ihre” zu akzeptieren. ETA hat seit August 2009 keine Anschläge mehr verübt. Der spanische Staat verstärkt indessen fast panikartig seine repressiven Maßnahmen und hat Gewaltverzicht und Rückkehr zu rein demokratischen Mitteln bisher noch nicht akzeptiert.

Siehe auch unseren Schwerpunkt: Konfliktlösung >>

Gericht in Belfast lehnt spanischen Auslieferungsantrag gegen Arturo Villanueva ab 25.02.2010

“Inakzeptabel unkonkret und allgemein” sei der spanische Auslieferungsantrag gegen den Basken Arturo Villanueva wegen angeblicher Mitgliedschaft in der baskischen Jugendorganisation Jarrai, befand das Belfaster Gericht und lehnte den Antrag zum zweiten Mal ab. Hintergründe >>


Die Parlamentariergruppe des Europaparlaments, die sich für einen Friedensprozess im Baskenland einsetzt, sieht in der Initiative der abertzalen Linken einen Schritt, der ein “positives Szenario” ermöglicht, das zu einem Friedensprozess führen muss. Die Mitglieder des Europaparlaments fordern von allen am Konflikt Beteiligten, dass sie nun Verantwortungsbewußtsein zeigen. Sie forderten die spanische Regierung, die derzeit die EU-Präsidentschaft innehat, auf, sich für einen demokratischen Prozess im Baskenland zu engagieren, und plädieren für die Einbeziehung europäischer Institutionen.

In dem im Jahr 2006 gegründeten Freundeskreis, der Konfliktlösung in Euskal Herria – dem Baskenland – unterstützt, engagieren sich ParlamentarierInnen des Europaparlaments verschiedener Fraktionen: Tatjana Zdanoka, Frieda Brepoels, Bart Staes, Oriol Junqueras, François Alfonsi, Jill Evans, Ian Hudghton und Alyn Smith von Die Grünen – Europäische Freie Allianz; Bairbre de Brún, Eva-Britt Svensson und Jirí Mastálka von der Europäischen Linksfraktion GUE/NGL; Csaba Sógor von der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten).

“Schritte von grosser Bedeutung für die Entwicklung eines Friedens-Szenarios im Baskenland”

Video aktuell



25.02.10 Fünf Sprengstofflager hat die Guardia Civil bei Hernani und dem Berg Gorbea ausgehoben.

Sprengstofflager endeckt 25.02.2010

Die Guardia Civil und die französische Polizei haben am Mittwoch mehrere Sprengstofflager ausgehoben.
Nach der Verhaftung von Ibai Beobide am 13. Februar hat die Guardia Civil zwei Sprengstofflager bei Hernani und drei beim Berg Gorbea in Vizcaya ausgehoben. Ibai Beobide soll nach Angaben der Behörden zur Kommandoebene der ETA gehört haben.
Gleichzeitig hat die französische Polizei im Departement Allier ein Sprengstofflager und eine Wohnung zum Bau von Bomben entdeckt.

Pfiffe für den König 24.02.2010

Beim spanischen Pokalfinale im Basketball zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid in der Sportarena von Baracaldo nahe Bilbao, haben tausende Menschen das Königspaar ausgebuht. Die spanische Nationalhymne ging in einem Pfeiffkonzert unter und musste nach 35 Sekunden ganz ausgeblendet werden. Als Sieger der Partie am Sonntagabend ging der FC Barcelona vom Platz.

Verhaftungen in Getxo und Bilbao 23.02.2010

Die spanische Nationalpolizei hat heute morgen in Getxo und Bilbao zwei Personen wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in der ETA festgenommen. Mehrere Wohnungen wurden dabei durchsucht.
Die Verhaftungen stehen im Zusammenhang mit den Festnahmen von zwei Jugendlichen vergangene Woche in Katalonien. Die beiden haben mittlerweile angezeigt während der Incommunicado – Haft gefoltert worden zu sein.

23.02.2010 | Ralf Streck (verdi.de, «M» vom 1.2.2010)
Egunkaria libre - banner

Schon beim Eintritt in den Gerichtssaal wird klar, dass im Nationalen Gerichtshof Spaniens kaum jemand wirklich die Vorwürfe glaubt, die dort fünf baskischen Journalisten gemacht werden. Es soll sich bei den Ex-Führungsmitgliedern von Euskaldunon Egunkaria (Baskische Tageszeitung) um Mitglieder der Untergrundorganisation ETA handeln. Doch weder trennt, wo sonst üblich, schusssicheres Glas die Prozesszuschauer ab, noch sitzen die Angeklagten im Panzerglaskasten. Das zeigt, dass hier nicht über gefährliche Mitglieder einer „terroristischen Bande“ verhandelt wird, wie man das in Spanien nennt, obwohl sich das in den geforderten Haftstrafen von 12 bis 15 Jahren ausdrückt.
Als das Sondergericht 2003 die einzige Tageszeitung in baskischer Sprache „vorläufig“ schließen und die Journalisten verhaften ließ, behauptete der Ermittlungsrichter Juan del Olmo, sie „wurde von der ETA gegründet, wird von ihr finanziert und geleitet“. Drei Jahre nachdem die Redaktion im Februar 2003 von der paramilitärischen Guardia Civil gestürmt und die Journalisten zu Hause …

20.02.2010 | Ingo Niebel (Junge Welt, 18.2.2010)

Baskische Linke beendet Strategiediskussion mit klaren Signalen für Verhandlungslösung

Nach knapp fünf Monaten hat die baskische Linke um die verbotene Batasuna-Partei ihre interne Strategiedebatte beendet und am Montag nachmittag ihre Resultate vorgestellt. Das Abschlußdokument trägt den Titel »Zutik, Euskal Herria« (Steh auf, Baskenland). Es setzt einzig und allein auf zivile Mittel, um den politischen Wechsel und somit eine friedliche Lösung des gewaltsamen Konflikts mit Madrid und Paris herbeizuführen. Eine explizite Verurteilung oder Distanzierung von der Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA, Baskenland und Freiheit) fehlt.

Die baskische Linke faßt das Ergebnis ihrer Strategiedebatte in vier Punkten zusammen. Zunächst sieht sie das Baskenland auf dem Weg zum politischen Wechsel, der mittels eines »demokratischen Prozesses« erreicht werden soll. In dieser Phase müssen die demokratischen Grundbedingungen geschaffen werden, die es ermöglichen, daß alle politischen Projekte im offenen Diskurs verteidigt und umgesetzt werden können. Das bedingt einerseits die Legalisierung der Linken, andererseits aber auch Veränderungen auf ihrer Seite.

Des weiteren unterstreicht die Linke, daß es »genügend politische und gesellschaftliche Bedingungen« für diese neue Phase gebe. Das führt, drittens, dazu, daß sich die Linke verpflichtet, »ausschließlich auf politische …

20.02.2010 | Ralf Streck, San Sebastian (Neues Deutschland, 18.02.2010)

Debatte um künftige Strategie der baskischen Partei abgeschlossen

Monatelang hat die Basis der in Spanien verbotenen baskischen Partei Batasuna (Einheit) debattiert, um die Politik der baskischen Linken neu zu bestimmen. Nach den Debatten in vielen Dörfern, Kleinstädten und Stadteilen verabschiedeten nun 600 Vertreter auf vier Regionalversammlungen das Dokument »Zutik Euskal Herria«, was »Aufrechtes Baskenland« oder »Baskenland in Bewegung« bedeutet.

Die baskische Partei Batasuna (Einheit) beschreitet neue Wege. Das hat der Abschluss des selbstkritischen Diskussionsprozesses der Parteibasis deutlich gemacht. Das Ziel ist, »einen demokratischen Rahmen zu schaffen, im dem alle politischen Projekte, eingeschlossen das Projekt der Unabhängigkeitsbewegung, verwirklicht werden können«. Doch für die Schaffung eines unabhängigen, vereinten und sozialistischen Baskenlands wird »exklusiv auf den Einsatz von politischen und demokratischen Mitteln« gesetzt.

Das ist keine taktische Ablehnung der Gewalt der ETA, sondern eine strategische Neubestimmung. Der bewaffnete Kampf der Untergrundorganisation wird aus einer kritischen Analyse der Entwicklung der vergangenen Jahre ablehnt, auch wenn die ETA nicht ausdrücklich verurteilt wird. Für die Mehrheit der baskischen Linken ist klar, dass deren bewaffnete …

Folter und zwei weitere Verhaftungen 20.02.2010

Alle vier am vergangenen Montag durch die Guardia Civil festgenommenen Personen haben angezeigt während der Incommunicado-Haft gefoltert worden zu sein. Einer von ihnen wurde gestern in ein Madrider Krankenhaus eingeliefert. Bereits am vergangenen Samstag musste eine Person nur wenige Stunden nach der Verhaftung ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Unterdessen gab es gestern Abend eine weitere Verhaftung in Algorta und heute in Oiartzun.

Baskische JugendaktivistInnen fordern Rechte

Unter dem Motto “Civil and Political Rights for the Basque Youth (Bürgerrechte und politische Rechte für die baskische Jugend)” werben Jugendaktivistinnen und -aktivisten aus dem Baskenland um internationale Solidarität gegen die Repression, mit der sie konfrontiert sind, wenn sie sich für baskische Unabhängigkeit und Sozialismus politisch engagieren: Folter, erpresste Unterschriften unter von der Polizei erfundene “Geständnisse”, jahrelange Haft, Kriminalisierung der baskischen linken Jugendorganisationen.

Sie schreiben in ihrem Blog:

“Angesicht der Situation, der die baskische Jugendbewegung ausgesetzt ist, stellen wir, verschiedene Jugendliche und Jugendorganisationen, fest:

1- Es muss für alle politischen Projekte dieselben Chancen geben. Jede/r Jugendliche der Welt hat das Recht, sich zu organisieren und sich ohne jede Repression oder Bedrohung politisch zu betätigen. Daher fordern wir vom französischen und vom spanischen Staat, dass sie ihre Angriffe auf die baskische Jugend beenden.

2- Wir fordern vom spanischen Staat, die Folter und die Straflosigkeit der Folterer zu beenden. Außerdem verlangen wir die Umsetzung der konkreten Schritte, die verschiedene internationale Organisationen festgelegt haben. …

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18.02.10 Bei einer “Routinekontrolle” in Katalonien wurden am Mittwoch zwei Basken verhaftet.

Weiter Verhaftungen in Katalonien 18.02.2010

Bei einer “Routinekontrolle” in der Nähe von Gerona wurden gestern erneut zwei Basken verhaftet. Bei ihnen soll es sich um zwei gesuchte Eta-Mitglieder handeln. Die beiden wurden nach Madrid überstellt und befinden sich in Incommunicado-Haft. Zur Zeit befinden sich acht Basken in Incommunicado-Haft.

17.02.2010 | Uschi Grandel (Indymedia, 17.2.2010)
Zutik Euskal Herria - Steh auf Baskenland

Die abertzale Linke veröffentlicht das Ergebnis ihrer Strategiediskussion und startet unilateral eine neue Friedensinitiative für einen “demokratischen Prozess … in der völligen Abwesenheit von Gewalt und ohne äußeren Einfluss”:

Download der deutschen Übersetzung (PDF, 88 kB)

“Die abertzale Linke hat die aktuelle Situation und den baskischen politischen Prozess analysiert und diskutiert. Sie tat dies nicht in kleinen Zirkeln an geheimen Orten, sondern führte im Gegenteil die Debatte im Großen mit allen ihren Mitgliedern und ihrer sozialen Basis. Es war eine demokratische Übung, eine wirksame demokratische Übung, die uns erlauben wird, unsere politische Strategie zu definieren.”

So beginnt das Schlussdokument “Steh auf, Baskenland!”, das die baskische linke Unabhängigkeitsbewegung nach monatelanger intensiver Diskussion am letzten Montag veröffentlichte. Über 7000 Aktivistinnen und Aktivisten hatten in über 270 Veranstaltungen den Entwurf “Klärung der politischen Phase und der Strategie” diskutiert und mit überwältigender Mehrheit angenommen. Zieht man in Betracht, …

Verhaftung in Katalonien 17.02.2010

Die spanische Nationalpolizei hat gestern in einem Zug bei Portbou ein mutmaßliches Eta-Mitglied verhaftet. Der Verhaftete soll nach Angaben der Behörden gefälschte Dokumente und eine Pistole bei sich getragen haben. Er wurde mittlerweile nach Madrid überführt und befindet sich in Incommunicado-Haft.

Vier weitere Verhaftungen 15.02.2010

Im Zusammenhang mit der Verhaftung am Samstag bei Villabona, wurden heute in Hernani, Segura und Deusto vier weitere Personen verhaftet. Alle Verhafteten befinden sich in Incommunicado-Haft.

amnesty international betont, dass die Incommunicado-Haft „Folter und Misshandlungen ohne Konsequenzen“ ermöglicht ( s. unsere Zusammenfassung zum ai-Bericht vom September 2009: Aus dem Dunkeln ans Licht )

Verhaftung an Strassensperre 13.02.2010

Bei einer Straßensperre der Guardia Civil zischen Asteasu und Villabona wurde ein Radfahrer verhaftet. Er soll falsche Dokumente und eine Pistole bei sich gehabt haben.
Nachtrag: Nur wenige Stunden später wurde der Verhaftete mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus von Donostia-San Sebastian eingeliefert.

Foto aktuell

lagunak_botschaft

Im Rahmen der Woche der internationalen Solidarität mit dem Baskenland versammelten sich am Donnerstag ca. 50 Menschen vor der spanischen Botschaft in Berlin. In 18 europäischen und lateinamerikanischen Ländern finden bis Sonntag noch Veranstaltungen unter dem Motto „Freiheit für das Baskenland – für den Sozialismus“ statt.

11.02.2010 | Ingo Niebel (Junge Welt vom 10.2.2010)

Spaniens umstrittener Starrichter Baltasar Garzón sieht schlechten Zeiten entgegen: Ihm droht die Suspendierung vom Amt des Ermittlungsrichters an der Audiencia Nacional, dem Madrider Sondergericht für Terror- und Drogendelikte. Das wäre das Ende einer Karriere, die sich ohne die Unterstützung aus der Politik und ohne Garzóns Geltungsdrang nicht erklären ließe. Aber der Richter steht jetzt allein auf weiter Flur. Für die Regierung Zapatero ist er ein politisches Risiko; die postfranquistische Volkspartei (PP) will Garzón zu Fall bringen, weil er ihr Korruptionssystem aufgedeckt hat. Und beiden Seiten hat der Richter die nötige Munition für seinen Abschuß geliefert, indem er sich handwerkliche Fehler geleistet hat, die sich nur durch Unvermögen oder Narzißmus erklären lassen.

Beispielhaft für Garzóns Probleme ist, daß die spanische Justiz den baskischen EU-Parlamentarier Karmelo Landa am Montag abend gegen Zahlung einer Kaution von 50000 Euro aus einer zweijährigen Untersuchungshaft entlassen hat. Dorthin hatte Garzón den Universitätsdozenten geschickt, weil er ihn und weitere 40 Politiker der verbotenen Linkspartei Batasuna (Einheit) verdächtigt, die Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA, Baskenland und Freiheit) finanziert zu haben. Symptomatisch an dem Verfahren gegen Landa …

11.02.2010 | Ingo Niebel (Junge Welt vom 10.2.2010)

Spaniens umstrittener Starrichter Baltasar Garzón sieht schlechten Zeiten entgegen: Ihm droht die Suspendierung vom Amt des Ermittlungsrichters an der Audiencia Nacional, dem Madrider Sondergericht für Terror- und Drogendelikte. Das wäre das Ende einer Karriere, die sich ohne die Unterstützung aus der Politik und ohne Garzóns Geltungsdrang nicht erklären ließe. Aber der Richter steht jetzt allein auf weiter Flur. Für die Regierung Zapatero ist er ein politisches Risiko; die postfranquistische Volkspartei (PP) will Garzón zu Fall bringen, weil er ihr Korruptionssystem aufgedeckt hat. Und beiden Seiten hat der Richter die nötige Munition für seinen Abschuß geliefert, indem er sich handwerkliche Fehler geleistet hat, die sich nur durch Unvermögen oder Narzißmus erklären lassen.

Beispielhaft für Garzóns Probleme ist, daß die spanische Justiz den baskischen EU-Parlamentarier Karmelo Landa am Montag abend gegen Zahlung einer Kaution von 50000 Euro aus einer zweijährigen Untersuchungshaft entlassen hat. Dorthin hatte Garzón den Universitätsdozenten geschickt, weil er ihn und weitere 40 Politiker der verbotenen Linkspartei Batasuna (Einheit) verdächtigt, die Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA, Baskenland und Freiheit) finanziert zu haben. Symptomatisch an dem Verfahren gegen Landa …


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