Am 30. Januar demonstrierten in der französischen Stadt Roanne einige hundert Personen vor dem Gefängnis, in dem die baskische Gefangene Lorentxa Guimon seit dem 2. Januar im Hungerstreik ist. Lorentxa, die vor einem halben Jahr nach Roanne verbracht und wegen angeblicher ETA-Mitgliedschaft zu 17 Jahren Knast verurteilt wurde, fordert die Verlegung und Zusammenlegung zu anderen baskischen Gefangenen sowie die Wiederherstellung der Besuchserlaubnis, damit sie Kontakt mit ihren Familienangehörigen halten kann. Mit Bussen kamen zahlreiche DemonstrantInnen aus verschiedenen Teilen des Baskenlands, aufgerufen hierzu hatte das baskische Komitee für die Rechte der Gefangenen Askatasuna und die Angehörigenorganisation Etxerat.
Die Guardia Civil und Policia Nacional haben heute den Sprecher der Gefangenhilfsorganisation Etxerat, Estanis Etxaburu, und den Anwalt von Askatasuna, Jon Enparantza, verhaftet. Beide sind wegen der Teilnahme an einer Veranstaltung 2005 für die Freilassung des mittlerweile fast 30 Jahre inhaftierten ETA Mitglieds José María Sagarduy, »Gatza«, angeklagt, den Terrorismus verherrlicht zu haben.
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Die Gerichtsverhandlung gerät inzwischen immer mehr zur Farce, seit bekannt wurde, dass Staatsanwaltschaft und Richterin nicht einmal wissen, welche Reden auf dieser Veranstaltung gehalten wurden. Aufzeichnungen stehen in baskischer Sprache zur Verfügung. Das Gericht hatte es bisher jedoch nicht für nötig gehalten, sie ins Spanische zu übersetzen.
Im Zusammenhang mit dem Verhaftungen am Dienstag wurden zwei weitere Personen in Ondarroa verhaftet. Zudem wurden in der Umgebung von Ondarroa angeblich drei Verstecke mit explosiven Material entdeckt. Die Verhafteten befinden sich weiter in Incommunicado-Haft.
Nachtrag vom 30.1.2010: die Verhafteten wurden dem Untersuchungsrichter des Sondergerichts Audiencia Nacional vorgeführt und dabei weiterhin incommunicado gehalten. Den Vertrauensanwälten der Angeklagten verweigerte der Richter den Zugang zum Gerichtssaal. Begründung: sie hätten hier nichts zu suchen.
Die Ertzaintza hat in der Nacht zum Dienstag fünf Personen festgenommen. Sie werden verdächtigt, ein “legales” Kommando der ETA gebildet zu haben und an einem Anschlag auf eine Polizeiwache in Ondarroa im September 2008 beteiligt gewesen zu sein.
Acht Wohnungen und Lokale wurden bei dem Einsatz in Ondarroa, Deba und Mutriku durchsucht.
Nur wenige Stunden nach seiner Verhaftung am Dienstag in Bilbao musste ein 29-Jähriger ins Krankenhaus eingeliefert werden. Mittlerweile befindet er sich wieder auf freien Fuß. Sein Anwalt berichtete über Schläge während und nach der Verhaftung. Einem weiterem Jugendlichen wurde bei der Verhaftung eine Hand gebrochen, auch ein Kellner erhielt Schläge von den Beamten. Obwohl die Verhaftung in der Altstadt von Bilbao stattfand, soll sie laut Angaben der Polizei mit Ausschreitungen im Stadtteil Santutxu zusammenhängen. Dort hatten Unbekannte in mehreren Straßen mit Müllcontainern Barrikaden errichtet, dabei gingen 17 Container in Flammen auf.





