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15.03.10 Mehr als 8.000 Menschen haben gestern in Donostia für die Aufklärung der Umstände die zum Tod von Jon Anza führten demonstriert. Jon Anzas Leiche war vergangene Woche nur durch Zufall in der Leichenhalle eines Krankenhauses in Touluse entdeckt worden. Im April vergangenen Jahres hatte die Familie im selben Krankenhaus nach dem Verbleib von Jon Anza angefragt, die Antwort war negativ. Heute soll eine Autopsie die Umstände die zum Tod führten klären. Die Familie forderte die Anwesenheit eines unabhängigen Arztes oder Gerichtsmediziners bei der Autopsie, dies wurde jedoch abgelehnt.

Walter Wendelin in Venezuela verhaftet 31.03.2010

Mitglieder der sozialen Bewegungen aus Caracas haben die alternative Nachrichtenagentur APORREA informiert, dass Walter Wendelin, deutscher Staatsbürger, am 29. März in Maiquetía (Venezuela) verhaftet wurde. Walter Wendelin arbeitet für die baskische Bewegung und ist solidarisch mit dem bolivarianischen Prozess. Er wurde am Internationalen Flughafen Simon Bolivar von Maiquetía verhaftet. Die Behörden wollen ihn aus Venezuela ausweisen. Wendelin kam aus Mexico, wo er an dem Kongress der Demokratischen Revolutionspartei (Partido Revolucionario Democrático, PRD) teilgenommen hatte. Der Zweck des Besuchs von Wendelin in Venezuela war, das Dokument “Zutik Euskal Herria” (“Baskenland, steh auf”) der Bewegung Abertzale Linke (Baskische linke Unabhängigkeitsbewegung) bekannt zu machen. Dieses Dokument kam als Ergebnis eines breiten Diskussionsprozesses der Abertzalen Linken in Euskal Herria zustande. Ziel ist ein demokratischer Dialog aller Konfliktparteien, um eine politische Wende zur Überwindung des Konfliktes zu erreichen. Diesen Dialogprozess unterstützen zahlreiche Persönlichkeiten wie der Nobelpreisträger Bischof Desmond Tutu und Mary Robinson, Ex-Präsidentin von Irland. Währenddessen wird in Venezuela ein Internationalist, der sich für das Ende des Konflikt einsetzt, verhaftet.”


Anmerkung vom 2. April 2010: Walter Wendelin wurde aus Venezuela nach Frankreich abgeschoben und wurde dort kurzzeitig inhaftiert. Mittlerweile ist er wieder …

Französische Polizei verhaftet 8 Jugendliche 31.03.2010

Die französische Polizei hat am Dienstag acht Jugendliche verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen bei Anschlägen auf Immobilienbüros im französischen Teil des Baskenlandes beteiligt gewesen zu sein.

30.03.2010 | Pressekonferenz im Europaparlament, Brüssel, 29. März 2010

International bekannte und führende Persönlichkeiten, darunter vier Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, Frederick De Klerk, Betty Williams und John Hume, sowie die Nelson Mandela Stiftung, der ehemalige irische Ministerpräsident Albert Reynolds und andere, unterstützen in einer Erklärung die neue Initiative der baskischen Unabhängigkeitsbewegung für eine friedliche Lösung des spanisch-baskischen Konflikts.

Sie appellieren an die spanische Regierung und an ETA, diese Initiative durch Unterstützung zum Erfolg zu führen.

Brian Currin stellte die Erklärung am Montag, den 29. März 2010 im Europaparlament der Öffentlichkeit vor (Download der vollständigen Presseerklärung als PDF in deutscher Übersetzung).

Brüsseler Erklärung führender internationaler Persönlichkeiten, die sich für friedliche Konfliktlösung engagieren:


“Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, begrüßen die vorgeschlagenen Schritte und die öffentlich erklärte Bereitschaft der baskischen Pro-Unabhängigkeitsbewegung (abertzale Linke), ihre politischen Ziele mit „ausschließlich politischen und demokratischen Mitteln“ und „in der völligen Abwesenheit von Gewalt“ zu erreichen.

Wird diese Willenserklärung vollständig in die Tat umgesetzt, kann dies ein großer Schritt in Richtung der Beendigung des letzten verbleibenden Konflikts …

Permach, Aldasoro und Alvarez auf Kaution entlassen 28.03.2010

Die führenden Mitglieder der abertzalen Linken Joseba Permach, Joseba Alvarez und Juan Kruz Aldasoro wurden nach mehr als zwei Jahren sogenannter “präventiver” Haft am 26.3.2010 aus dem Gefängnis entlassen. Jeder hatte dafür eine Kaution von 50.000 EUR zu hinterlegen.
Das Sondergericht Audiencia Nacional verbietet ihnen jede Art von “Versammlungen, Manifestationen, öffentlichen Veranstaltungen, Bilden von Gruppen, Koalitionen oder politischen Parteien, die identisch oder qualitativ ähnlich” zu Batasuna, Herri Batasuna, Euskal Herritarrok und “ihren Nachfolgern” sind. Alle drei waren im Herbst 2007 wegen ihrer politischen Aktivitäten für die baskische linke Unabhängigkeitsbewegung verhaftet worden. Sie wurden gemäss der spanischen Politik der Zerstreuung gegen baskische politische Gefangene auf unterschiedliche Gefängnisse aufgeteilt. So war Joseba Permach beispielsweise bis zu seiner Entlassung in Sevilla inhaftiert, über 900 km vom Baskenland entfernt. Er war während seiner zweijährigen Internierung sieben Mal verlegt worden: SOTO DEL REAL (2007-10-07), ALCALA MECO (2007-10-12), TOPAS (2008-02-19), LANGRAITZ (2008-11-19 D), TOPAS (2009-01-?), ALCALA (2009-09-?), TOPAS (2009-09-15), SEVILLA II (2010-01-02).

28.03.2010 | Ralf Streck, Donostia (San Sebastián), in Neues Deutschland, 27.3.2010
Erklärung von Altsasu und Strategiediskussion - Titelblätter der Dokumente - jpg

Sozialisten wollen Parteiengesetz verschärfen

Um die baskische Linke aus den Institutionen zu drängen, hat Spaniens Regierung am Freitag beschlossen, drei Gesetze zu ändern.

Die Absicht der spanischen Regierung ist klar: Madrid will um jeden Preis verhindern, dass eine Partei oder Liste der baskischen Linken an Wahlen teilnehmen darf. Zu diesem Zwecke soll das Parteiengesetz, das bereits 2003 verschärft wurde, um die baskische Partei Batasuna (Einheit) verbieten zu können, ebenso novelliert werden wie das Wahlgesetz und das Gesetz für lokale Belange. So soll die Frist verlängert werden, in der eine Formation nich im Wahlkampf ausgeschlossen werden kann. Überdies sollen Gemeinde- oder Provinzräte und Parlamentarier nach einem Verbot ihrer Liste auch ihren Sitz verlieren. Es dürfe niemand vom demokratischen System profitieren, der einer »terroristischen Strategie dient«, heißt es. Gemeint ist die der baskischen Untergrundorganisation ETA.

Durch die Reform sollen Pannen wie 2009 ausgebügelt …

22.03.2010 | Uschi Grandel

Zwei Tote waren im spanisch-französisch-baskischen Konflikt in den letzten zehn Tagen zu beklagen. Über den französischen Polizisten Jean-Serge Nérin, der bei einem Schusswechsel mit ETA-Mitgliedern in der Nähe von Paris schwer verletzt wurde und kurz darauf starb, wurde in der deutschen Presse ausführlich berichtet. Bei dem zweiten Toten handelt es sich um das ETA-Mitglied Jon Anza, dessen Leiche in einer Leichenhalle in Toulouse entdeckt wurde. Er war im April 2009 auf dem Weg nach Toulouse spurlos verschwunden und wurde während der vergangenen elf Monate von seiner Familie und einer grossen Solidaritätsbewegung im Baskenland intensiv gesucht. Vieles deutet auf eine Verstrickung der spanischen Polizei in seinen Tod. Seit dem mysteriösen Auftauchen seiner Leiche hat insbesondere die fehlende Kooperation der Polizei mit der Familie des Toten den Vorwurf der Vertuschung laut werden lassen und viele Fragen aufgeworfen.

“Teil der Realität des politischen Konflikts”

“Beide Vorfälle sind Teil der Realität des politischen Konflikts”, schreibt die abertzale Linke – die baskische linke Unabhängigkeitsbewegung – am 17. März 2010 in ihrer jüngsten Stellungnahme. Aber sie ist angetreten, diese Realität zu ändern. Bereits vor einem Monat hatte …

ETA eklärt Bereitschaft zum Dialog 21.03.2010

In einer am Sonntag in der baskischen Tageszeitung GARA veröffentlichten Erklärung hat sich die ETA erneut zum politischen Dialog bereit erklärt, ohne allerdings ausdrücklich auf den Einsatz von Waffengewalt zu verzichten. “Die Eta bekunde ihre Bereitschaft, die erforderlichen Schritte auf dem Weg zum politischen Wandel einzuleiten”, hieß es.

Jugendliche auf spanische Terrorliste gesetzt 21.03.2010

Das spanische Innenministerium hat vor ein paar Tagen 14 baskische Jugendliche auf die sog. Liste der “meist gesuchten Terroristen” gesetzt und ihre Fotos und Namen in den Medien veröffentlicht. Seit den Verhaftungen von 35 angeblichen Mitgliedern der Jugendorganisation SEGI im November 2009 (siehe hier) wird nach ihnen gefahndet. SEGI wurde im Januar 2007 durch Spanien verboten, auf französischem Gebiet ist die baskische Jugendorganisation legal. Nun behauptet das spanische Innenministerium, die Jugendlichen seien in Frankreich untergetaucht und könnten der ETA beitreten.

Katalanische Touristen mit ETA Aktivisten verwechselt 21.03.2010

Nach der Schießerei in Dammarie-Les-Lys südlich von Paris, bei der ein mutmassliches ETA-Mitglied festgenommen wurde und ein französischer Polizist umkam, fahndete die französische Polizei mit Hilfe von Videoaufnahmen aus einem Supermarkt nach weiteren mutmasslichen beteiligten Mitgliedern der ETA. Während Zeitungen noch titulierten “ETA geht im Supermarkt einkaufen”, stellte sich das ganze nun als Verwechslung heraus: die fünf abgelichteten Personen waren Feuerwehrmänner aus Katalonien auf Urlaub in Frankreich. Nach fünf Stunden Verhör konnten sie endlich ihren Heimweg antreten. In einer Stellungnahme in der Presse sagte einer der Feuerwehrmänner: “Wir wurden nicht wie mutmaßliche, sondern wie tatsächliche ETA-Mitglieder behandelt”.

Tausende demonstrieren trotz Verbots 20.03.2010

Tausende Menschen haben am Donnerstag in allen Teilen des Baskenlandes auf Demonstrationen und Kundgebungen die Wahrheit über die Todesumstände von Jon Anza gefordert. In Bilbao kam es dabei zu Zusammenstößen mit der Polizei. Diese setzte Gummigeschosse gegen die Protestierenden ein. Barrikaden wurden errichtet und zwei Personen festgenommen. Im spanischen Teil des Baskenlandes waren die Kundgebungen zuvor vom spanischen Innenministerium verboten worden.

Angesichts der schwerwiegenden Vorfälle, die sich gestern in dem französischen Ort Dammarie-les-Lys ereignet haben und in deren Folge ein französischer Polizist starb, erklärt die abertzale Linke (*) :

  • Die abertzale Linke drückt ihr Bedauern aus und beklagt den Tod in dem Pariser Vorort.
  • Der gestrige Vorfall folgte auf die Entdeckung der Leiche des baskischen Aktivisten Jon Anza unter Umständen, die befürchten lassen, dass es sich um einen Fall des schmutzigen Krieges handele.
  • Beide Vorfälle sind Teil der Realität des politischen Konflikts. Die Überwindung dieses Konflikts ist die Priorität der abertzalen Linken. Die abertzale Linke ruft alle politischen Parteien auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und gemeinsam nach einer Lösung des Konflikts zu suchen, der sich nicht länger hinziehen darf.
  • Die bisherigen Informationen über den Vorfall scheinen anzuzeigen, dass es sich um ein zufälliges Zusammentreffen von Mitgliedern von ETA und der französischen Polizei gehandelt hat. Dass es sich nicht um eine geplante Aktion von ETA handelte, mindert die Schwere des gestrigen Vorfalls nicht.
  • Heute ist es nötiger denn je, den demokratischen Prozess zu festigen, den wir …

17.03.2010 | Ingo Niebel (Junge Welt vom 17.3.2010)

Das Verschwinden des ETA-Mitglieds Jon Anza wirft immer mehr Fragen auf- Im Fall des Verschwindens und des Todes des mutmaßlichen ETA-Mitglieds Jon Anza werden immer mehr mysteriöse Begleitumstände bekannt. Die zentrale Frage lautet:

Wo war Anza zwischen dem 18. und 29. April 2009? Am ersten Tag bestieg der Aktivist der baskischen Untergrundorganisation einen Zug von Baiona (Bayonne) in das südfranzösische Toulouse. Dort sollte er offenbar Kampfgenossen Geld übergeben, erschien aber nicht zu dem konspirativen Treffen.

Am 29. April fand die Toulouser Polizei den Basken bewußtlos in einem Park und ließ ihn in ein Krankenhaus einweisen. Dort verstarb er unerkannt am 11. Mai 2009. Erst Anfang März 2010 wurde sein Leichnam durch einen Zufall in der Kühlkammer des Krankenhauses wiederentdeckt, lautet zumindest die offizielle Version der französischen Staatsanwältin Anne Kayanakis.

Am Montag ergab eine erste Autopsie an dem durch schlechte Konservierung angegriffenen Körper keine neuen Erkenntnisse zu der angenommenen Todesursache durch Herzversagen. Anzas Familie fordert eine zweite Autopsie, da ihr Vertrauensarzt an der ersten Untersuchung nicht teilnehmen durfte.

Ob dies bewilligt wird, hängt von …

Polizist stirbt nach Schießerei bei Paris 17.03.2010

Wie die spanische Polizei in Madrid mitteilt, ist in der Nacht ein Polizist bei einem Schusswechsel mit mutmasslichen ETA-Mitgliedern in der Nähe von Paris getötet worden. Der Beamte und ein Kollege hätten drei Personen bei dem Versuch überrascht, in einem Autohaus einen Wagen zu stehlen.
Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen

Video aktuell

15.03.10 Die französische Polizei setzte Tränengas gegen etwa 80 Demonstranten ein, die vor dem Leichenschauhaus mit der Familie die Anwesenheit eines Experten ihres Vertrauens bei der Autopsie von Jon Anza forderten.