September 2010 – April 2011

28.6.2011: Die baskische Menschenrechtsorganisation Behatokia berichtet für den Zeitraum von September 2010 – April 2011 im Baskenland 69 Personen, die nach ihrer Festnahme “incommunicado”, also ohne jeglichen Kontakt zur Aussenwelt über Tage in den Händen der Polizei waren. 57 dieser Incommunicado-Häftlinge berichtete anschliessend über Misshandlungen oder Folter, wie zum Beispiel das wiederholte Erzeugen von Erstickungsanfällen durch Plastiktüten, konstante Schläge, Schlaflosigkeit und Erzeugen von Erschöpfungszuständen, Bedrohungen der Familie oder der Partner, Verbinden der Augen, das Hören von Schreien anderer Gefangener, Nacktheit, sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen.

Siehe auch: Aus dem Dunkeln ans Licht – Amnesty International fordert von Spanien ein Ende der Incommunicado-Haft (Uschi Grandel, November 2009)

Tortura Ez

Amnesty International greift die Ausweitung der Folterpraxis an, für die Terrorbekämpfung als Ausrede diene.

Am vergangenen Sonntag, dem “Tag zur Unterstützung der Folteropfer” hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) in einem Bericht die verbreitete Folterpraxis angegriffen. Sie werde weltweit angewendet und zähle zu den gravierendsten Menschenrechtsverletzungen. Im neuen Bericht zeigt AI Folterfälle für das vergangene Jahr in 98 Ländern auf, wobei Spanien in der EU hervorsticht. Die Organisation weist darauf hin, dass Folter nicht zuletzt durch den “War on Terror” seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA auch in der westlichen Welt “eine furchtbare Renaissance erlebt hat.”

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Am Antifoltertag sprach die Organisation von einer “Zäsur” in deren Folge “das absolute Folterverbot im Zuge der Terrorbekämpfung in verschiedenen Punkten aufgeweicht wurde.” Auf einer Konferenz soll am Mittwoch in Berlin in Zusammenarbeit mit dem European Center for Constitutional and Human

21.11.2010 | Alfonso Cuesta (am 11. Nov. 2010 in GARA)
Alfonso Cuesta

Mehr als 25 Jahre war Alfonso Cuesta Gemeinderat für die SPD im bayerischen Winkelhaid bei Nürnberg. Im Jahr 2008 wurde ihm die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In einem offenen Brief an den spanischen Innenminister und Vizepräsidenten Alfredo Pérez Rubalcaba fordert er eine Lösung des spanisch-baskischen Konflikts ohne Gewalt und insbesondere ein Ende von Incommunicado-Haft(*) und Folter: „Die Incommunicado-Haft darf in einem demokratischen Spanien nicht existieren, weil sie die Folter mit sich bringt. Mich schmerzt, dass Mitglieder der PSOE nicht ihre Stimme erheben angesichts dieser sozialen und politischen Ungerechtigkeit. Das baskische Volk verdient diese Behandlung nicht. In diesem Volk ist nicht alles ETA, es ist ein mutiges Volk, das die Freiheit liebt und nicht den bewaffneten Kampf.“ (aus dem offenen Brief)

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Offener Brief an Herrn Rubalcaba:

Sehr geehrter Herr Minister, Innenminister des spanischen Staates, seit einigen

Polizeidokument beweist Existenz illegaler Verhöre

Baskische Anwältinnen und Anwälte (s. Foto, oben) sehen in einem internen Dokument der spanischen Guardia Civil einen weiteren Beweis für illegale Verhöre und für die Existenz spezieller Verhör-Einheiten für die berüchtigte Incommunicado-Haft, in der sich eine verhaftete Person über Tage hinweg in völliger Isolation und schutzlos in den Händen der Polizei befindet.

Vehement bestreitet die spanische Regierung den Vorwurf, ihre Polizei würde während der Incommunicado-Haft Verhaftete foltern oder misshandeln. Warum weigert sie sich aber dann, die Forderungen von UNO und amnesty international nach Transparenz und wirksamer Unterbindung von Folter zu befolgen? Warum weigert sie sich, die Incommunicado-Haft abzuschaffen, die die Richter des Madrider Sondergerichts Audiencia Nacional für fast jede Verhaftung im Kontext des spanisch-baskischen Konflikts anordnen?

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Ein Polizeidokument, dessen Echtheit die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil zähneknirschend zugeben musste, zeigt nun, welch wichtige Rolle die

20.09.2009 | Zusammenfassung und Erläuterung: Uschi Grandel, 28. September 2009
Aus dem Dunkeln

Amnesty International fordert von Spanien ein Ende der Incommunicado-Haft und damit ein Ende einer Praxis, die im Falle von “Terrorismusverdacht” angewendet wird, Folter ermöglicht und verhindert, dass Folterer zur Rechenschaft gezogen werden.

Die spanische Polizei wendet Incommunicado-Haft (Erklärung s.u.) systematisch bei Verhaftungen im Kontext des spanisch-baskischen Konflikts an. Fast alle Formen des Protests der baskischen Unabhängigkeitsbewegung, ob friedliche, politische Aktivitäten oder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Jugendlichen, werden dort seit Jahren als „Terrorismus“ klassifiziert.

Seit mehr als einem Jahrzehnt weigern sich spanische Regierungen, dem Drängen von UN-Organisationen, dem Europäischen Komitee zur Verhütung von Folter (CPT), sowie Menschenrechtsgruppen nachzukommen und die Incommunicado-Haft aus ihren Gesetzen zu entfernen. Stattdessen hat Spanien 2003 die Anwendung der Incommunicado-Haft bei Terrorismus-Verdacht sogar noch erleichtert.

Download des vorliegenden Berichts als PDF

Interview der baskischen Zeitung BERRIA mit Martin Scheinin zum Menschenrechts-Bericht

Martin Scheinin ist Berichterstatter der UN zum Schutz der Menschenrechte im Kampf gegen den Terrorismus:

“In Spanien gibt es Institutionen, die keinen Platz in einer Demokratie haben”

Die spanische Regierung weigert sich, durch Abschaffung der Incommunicado-Haft Folter in Polizeihaft und Polizeiwillkür zu unterbinden.

Incommunicado-Haft nennt man die völlige Isolation eines Gefangenen direkt nach der Festnahme. Der oder die Gefangene befindet sich bis zu fünf Tage ohne Kontakt zur Aussenwelt in den Händen der Polizei. Iñigo Albelaiz (auf dem Foto in einer Pressekonferenz mit Familienangehörigen weiterer Betroffener zu sehen) hat dies Anfang April 2009 am eigenen Leib erleben müssen. Fünf quälende Tage lang wurde er geschlagen, bedroht und zur Unterschrift unter ein fabriziertes “Geständnis” gezwungen, dann auf Kaution entlassen. Er hatte den Mut, auf einer Pressekonferenz über diese Hölle zu berichten.

Siehe Bericht: “Spanien stellt sich mit dieser Haltung selbst an den Pranger.”

Interview mit dem Staatssekretär für innere Sicherheit. Dieser will nicht über Folter sprechen, die Kamera muß ausgemacht werden.

Igor Portu 16 Stunden nach seiner Verhaftung 2008

Igor Portu 16 Stunden nach seiner Verhaftung 2008






Unai Romano vor und nach seiner Verhaftung 2004

Unai Romano vor und nach seiner Verhaftung 2004