Die baskische Menschenrechtsorganisation Behatokia berichtet für den Zeitraum von September 2010 – April 2011 im Baskenland 69 Personen, die nach ihrer Festnahme “incommunicado”, also ohne jeglichen Kontakt zur Aussenwelt über Tage in den Händen der Polizei waren. 57 dieser Incommunicado-Häftlinge berichtete anschliessend über Misshandlungen oder Folter, wie zum Beispiel das wiederholte Erzeugen von Erstickungsanfällen durch Plastiktüten, konstante Schläge, Schlaflosigkeit und Erzeugen von Erschöpfungszuständen, Bedrohungen der Familie oder der Partner, Verbinden der Augen, das Hören von Schreien anderer Gefangener, Nacktheit, sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen.
Siehe auch:
Spanien weiter wegen Folter in der Kritik (Ralf Streck, Juni 2011)
Hunderte wiedersetzen sich in Baiona (franz: Bayonne) der Verhaftung von Aurore Martin durch die französische Polizei. Aurore Martin ist Batasuna Aktivistin, in Frankreich ist Batasuna legal. Frankreich will Aurore trotzdem wegen ihrer politischen Aktivitäten an Spanien ausliefern.
Aurore Martin war nach Bekanntwerden des Haftbefehls untergetaucht. Am letzten Samstag auf einer Konfliktlösungskonferenz in Baiona erschien sie wieder in der Öffentlichkeit. Aurore Martin geniesst grosse Solidarität in der Bevölkerung, eine Vielzahl gewählter Representanten verschiedenster Parteien haben sich ebenfalls gegen ihre Verhaftung und gegen ihre Auslieferung an Spanien eingesetzt.
Für die Rechte der mehr als 750 politischen Gefangenen im Baskenland, haben am Sonntag in Bilbao merere tausend Menschen demonstriert. Unter den demonstranten war Jose Mari Sagardui, genannt Gatza, der bis April diesen Jahres der in Europa am längsten inhaftierte politische Gefangene war. Gatza verbrachte 31 Jahre im Gefängnis.








