Cover - Fenster nach innen

Barrura Begiratzeko Leihoak – Fenster nach innen

Baskenland 2012, 90 Minuten, Baskische OF mit deutschen Untertiteln

Regisseure: Josu Martinez, Txaber Larreategi, Mireia Gabilondo, Enara Goikoetxea und Eneko Olasagasti

Synopsis (23. Mai 2013):

Immer noch sind über 600 baskische politische Gefangene in spanischen und französischen Gefängnissen inhaftiert. Echte und angebliche ETA Mitglieder, politische Aktivisten und Journalisten, die der spanische Staat als “Unterstützer von ETA” kriminalisierte. Viele Gefangene sind speziellen Sondergesetzen unterworfen, darunter schwer kranke Langzeitgefangene. Ein zentrales Thema für die Lösung des baskisch-spanisch-französischen Konflikts.

Fünf Regisseure porträtieren fünf dieser baskischen politischen Gefangenen.

Eine politisch aktive junge Frau zählt die Tage bis zu ihrer Festnahme. Ihre Freundin hatte sie nach schlimmer Folter in spanischer Polizeihaft als Mitglied der in Spanien verbotenen und in Frankreich legalen Jugendorganisation Segi angegeben. Ein Mann kehrt nach 17 Jahren Haft zurück in die Gesellschaft. All die Jahre war er in ständig wechselnden Gefängnissen inhaftiert, hunderte Kilometer von seiner Familie entfernt. Eine Mutter nimmt jedes Telefonat mit ihrer inhaftierten Tochter auf und füllt damit 125 Audiokassetten. Sie erlebt, wie der spanische Staat mittels der “Doktrin Parot” die Haftzeit für ihre Tochter um mehrere Jahre verlängert. Ein Professor für Journalismus versucht, sich in der Einsamkeit seiner Zelle selbst zu finden. Als die baskische Zeitung EGIN verboten wurde, wurden er und andere Journalisten, die für EGIN arbeiteten, als angebliche Terroristen verurteilt. Ein ehemaliges Führungsmitglied der ETA baut die Beziehung zu einem Jugendfreund und heutigem Filmemacher wieder auf.

Fenster nach innen gibt einen Einblick in die Lebenswirklichkeiten dieser Menschen, jenseits der Tagesaktualitäten und Schlagzeilen.

Der Film kann in Kürze online über “autofocus | videowerkstatt” erworben werden. Auf Anfrage stellen wir von Info Baskenland gerne eine Vorabversion des Films zur Verfügung. Anfragen bitte an info[at]info-baskenland.de

Die baskische Originalversion mit englischen, französischen und spanischen Untertiteln ist online bei Zinez erhältlich: weiterlesen >>

Das zerbrochene Fenster
Spanien, 2003 (27 min.) Realisation: Eñaut Tolosa, Hammudi al-Rahmoun Produktion: Escándalo Films Sprachversion: Spanisch-Baskische OF mit Dt. UT

Kommentiert durch den ehemaligen Richter am Madrider Landgericht, Joaquin Navarro Esteban, erzählen Betroffene, die unschuldig wegen “kale borroka” (Strassenkampfes) verhaftet worden waren, von der schrecklichen und verschwiegenen Realität im Baskenland: Der brutalen politischen Repression mitten in Europa, legitimiert durch Ausnahmegerichte, Ausnahmestrafrecht und einen Polizeiapparat der systematisch und straflos Menschenrechte verletzt. Navarro zeigt aus der Perspektive des kritischen Juristen, dass die antidemokratischen und menschenrechtswidrigen Repressionsmaßnahmen des spanischen Polizei- und Justizapparates auf der „Theorie der zerbrochenen Fensterscheibe“ beruhen: Bestrafe den Verursacher der zerbrochenen Scheibe so hart wir m?glich, andernfalls wird er sp?ter als M?rder enden. Die erschütternde Analyse der Zustände im Baskenland offenbart die Negierung einer elementaren Rechtgrundlage jeder Demokratie: der Unschuldsvermutung. Baskinnen und Basken sind einer, von den Vereinten Nationen und Amnisty International scharf kritisierten, Anti-Terror-Politik ausgesetzt, in der jedes Mittel recht ist, um grösstmögliche Effizienz zu erreichen: Incommunicado-Haftbedingungen (bis zu fünf Tage in den Händen der Polizei ohne jeglichen Kontakt zur Aussenwelt und ohne Rechtsbeistand), unter Folter erzwungene Geständnisse, die später vor Ausnahmegerichten als Beweismittel zugelassen werden und vieles mehr. Im Film erzählen Aitor, Cesar und Mari Carmen, Zunbeltz und Josune von ihren krassen Erlebnissen in den Mühlen der Repression. Weitere Informationen zum Thema Baskenland bei: www.info-baskenland.de

Spanien, 2003 (27 min.) Realisation: Eñaut Tolosa, Hammudi al-Rahmoun Produktion: Escándalo Films Sprachversion: Spanisch-Baskische OF mit Dt. UT

Marxta eta Borroka
Der Kampf der Basken um Autonomie BRD,1988 (50 min.) Realisation: Sprachversion: deutsche Fassung Signatur: IE001

Martxa eta borroka “ kämpfen und leben” der Widerstand in Euskadi ist alltäglich. Seinen Ausdruck findet er in der Öffentlichkeit bei Demonstrationen, in militanten Aktionen, in der Solidarität mit den Opfern der Repression. Aber auch in dem offensiven Leben einer eigenen Kultur, in Festen, Musik, Graffities. Das Video zeigt die Situation der Befreiungsbewegung in Euskadi und gibt einen Überblick über die Struktur der “abertzalen” ( auf deutsch etwa: volksnah, patriotisch) Linken: Anti-AKW-Kampf, Kämpfe in den Fabriken, Häuserkampf, Knastarbeit; härtere Kämpfe oft, als wir sie kennen, denn die Repression in Euskadi ist ausgeklügelt und umfassend. Aber der Widerstand erwächst aus dem Kampf um Autonomie und um die Identität einer unterdrückten Kultur, er ist gewachsen und breit verankert. Bewaffneter Kampf und Volksbewegung ergänzen sich.

Die Gefangenen von Elorrio
BRD,1988 (50 min.)Produktion: Sprachversion: OmU Baskisch Deutsch Signatur: IE004

Am liebsten würde ich alle Gefängnisse anzünden und kaputtmachen. Das sagt eine 65 Jahre alte Rentnerin und Mutter von einem der acht politischen Gefangenen aus dem baskischen 10.000-Seelen-Dorf Elorrio. Anfang 1992 sitzen fast 600 baskische politische Gefangene über ganz Spanien verstreut im Knast ; bei einer Bevölkerungszahl von 2,2 Millionen im spanischen Teil von Euskadi. In jedem Dorf, in jeder Stadt haben sich die Angehörigen, Freunde und Freundinnen der politischen Gefangenen in Komitees organisiert, um die Gefangenen politisch und materiell zu unterstützen und ihre Forderungen nach Generalamnestie immer wieder auf die Strafe zu tragen. Das Video ist von den Gestoras pro Amnestia in Elorrio mit einfachen Mitteln, aber schwungvoll gemacht und gibt einen authentischen Einblick in die Stimmungslage eines typischen baskischen Dorfes im Sommer 1991.

...und schon bist du Terrorist...
Wird Benjamin Ramos an Spanien ausgeliefert? BRD,1995 (29 min.) Realisation: Medienpädagogisches Zentrum Hamburg Produktion: Medienpädagogisches Zentrum Hamburg Sprachversion: deutsche Originalfassung Signatur: IE009

Benjamin Ramos sitzt seit Anfang 1995 in Berlin in Isolationshaft. Ihm wird vorgeworfen, in Barcelona die ETA (baskische Befreiungsbewegung) unterstützt zu haben. Einziger Beweis gegen ihn ist eine unter Folter erpresste Aussage von einem mutmaßlichen ETA-Mitglied, die anschließend vor Gericht widerrufen wird. Der Film zeigt die politischen Bewegungen (Anti-Olympia, Anti-Repressions- und katalanische Unabhängigkeitsbewegung), aus denen Benjamin kommt. Ein wesentlicher Bestandteil sind auch die Aussagen von Folteropfern und Angehörigen von Gefolterten, die belegen, daß der spanische Staat bei politischen Gefangenen regelmäßig und systematisch Folter anwendet und sogar mit polizeilichen Todesschwadronen politische GegnerInnen umbringt.

Dieselben Hunde, nur mit anderen Halsbändern
BRD,1990 (65 min.) Realisation: KAOS-Team Köln Produktion: KAOS Köln Sprachversion: deutsche Fassung Signatur: IE002

Teil I (35 Min.): Alltag der Jugend im Baskenland. Musik der Punk-Gruppe Delirium Tremens. Die antistaatlich eingestellte Jugend soll eingeschüchtert werden durch Überfälle und Folterungen der paramilitärischen GAL-Truppen. Überfallene Jugendliche berichten davon und wie sie sich gegen die Repression organisieren. Die Geschichte der Todesschwadrone GAL unter der Führung von Polizeioffizieren wird hier durchleuchtet.- Teil II (30 Min.): In offiziellen Werbefilmen wird das Baskenland als Investitionsparadies für das EG-Kapital gepriesen, deren Arbeiter besonders qualifiziert seien. Der Werbefilm kontrastiert mit Bildern der kämpfenden Arbeiter der Euskalduna-Werft. Um das Investitionsklima aufrechtzuhalten, muß zunächst das Volk ruhig gehalten werden. Die spanische Polizei versucht das mit massenhafter Repression und mit Folter. Im Polizeikommissariat Gefolterte berichten über ihre Erfahrungen.

Ein permanenter Ausnahmezustand
BRD,2006 (53 min.) Realisation: Libertad e.V. Produktion: autofocus Videowerkstatt Sprachversion: OmU Signatur: IE015

Die baskische Unabhängigkeitsbewegung hat 2005 unter dem Motto: „Dialog – Volksabstimmung – Vertrag“ einen weiteren Versuch unternommen eine Lösung des Konfliktes mit dem spanischen Staat zu erreichen. Die permanente Waffenruhe der ETA soll die Atmosphäre für eine politische Verhandlungslösung verbessern. Ob die spanische Sozialdemokratie unter Zapatero jedoch den politischen Willen entwickelt, der baskischen Bevölkerung eine Entscheidung über ihre Zukunft zuzugestehen, bleibt offen. Die Repression gegen die Unabhängigkeitsbewegung und deren Gefangene geht indes weiter. Dieser Film soll die Geschichte des baskischen Kampfes für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung auch für Nicht-ExpertInnen verständlich zusammenfassen. Der Film zeigt die verschiedenen Phasen des politischen Konfliktes zwischen der baskischen Unabhängigkeitsbewegung und dem spanischen Staat seit dem spanischen Bürgerkrieg, vor allem aber seit dem Übergang des Frankismus in die postfrankistische Demokratie. Thematisiert wird dabei ebenso die Kritik des linken abertzalen Spektrum der baskischen Unabhängigkeitsbewegung an dem Autonomiestatut, das die bürgerlichen PNV 1979 mit absegnete, wie das Selbstverständnis baskischer politischer Identität. Versuche der Lösung des bewaffneten und politischen Konfliktes wie über die Verhandlungen in Algerien, über Volksentscheide, wie sie in der Demokratischen Alternative vorgeschlagen wurden, stehen den Strategien des spanischen Staates gegenüber, über Repression, Folter, Kriminalisierung und politische Justiz wie in den aktuellen Verfahren 18/98 nicht nur die ETA, sondern eine breite soziale Basis der baskischen Linken zu zerschlagen. Die Dokumentation beruht auf den Filmen “Beyond the mirror” und “Orrain Herria – Orain Bakea”.

Arnaldo Otegi: Gegenwart und Zukunft des Baskenlands

An die Inquisitoren des 21. Jahrhunderts: wir sind nicht hier, um Widerstand zu leisten, sondern um zu gewinnen!




In dem im November 2009 publizierten Video gibt Arnaldo Otegi, einer der Initiatoren der neuen Konfliktlösungsinitiative der abertzalen Linken, einen Überblick über die Situation und wie die abertzale Linke einen demokratischen Prozess in Gang setzen will, um eine demokratische Lösung des politischen Konflikts im Baskenland zu erreichen. Mit der Verhaftung Arnaldo Otegis und anderer im Oktober 2009 versuchte die spanische Regierung vergeblich, diese Initiative im Keim zu ersticken. Das Video ist in spanischer Sprache produziert und besitzt deutsche Untertitel. Link zum Video


Alarm in Ondarroa (ohne Worte)

Nacht vom 12./13. Mai 2013: dreimal versuchte die Polizei, Urtza Alkorta in Ondarroa festzunehmen. Aber eine Sirene warnte die Menschenkette. Ihr Lärm war zusätzlich ein Zeichen für Anwohner, aus ihren Häusern zu kommen, um diejenigen zu verstärken, die sich friedlich aber raffiniert der Festnahme Urtzas widersetzten. Die Polizei versuchte nicht einmal, auf die Brücke, die als Zufluchtsort gewählt wurde, zu gelangen. Die Verurteilung der jungen Frau zu 5 Jahren Haft wegen angeblicher ETA-Unterstützung ist ein Skandal, weil sie sich allein auf eine unter Folter erzwungene Selbstbezichtigung stützt. 300 baskische Jugendliche verfolgt die spanische Justiz auf diese Weise.


Der Sprecher der verbotenen Partei Batasuna, Arnaldo Otegi, im Interview bei Euro News – in deutscher Sprache, 18. Juni 2007:


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Polizei beim Schiesstraining – als Zielscheibe dienen Fotos von politischen Gefangenen

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Kurzfilm über das Baskenland und seine Kultur – in englischer Sprache