Internationale Beiträge zur Friedensinitiative im Baskenland

27.07.2010 | Uschi Grandel

+++ Unterstützung durch Friedensnobelpreisträger bringt Bewegung +++ im Baskenland und in Europa +++ Konfliktlösungsexperten beraten +++ Schweizer Parlamentarische Freundschaftsgruppe für einen Friedensprozess im Baskenland +++ Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sieht Hoffnungsschimmer +++ Berliner Berghof Conflict Research stellt Konfliktlösung in historischen Kontext +++

(Foto: Mary Robinson, Bischof Desmond Tutu, Albert Reynolds und die Nelson Mandela Stiftung gehören zu den Erstunterzeichnern der Brüsseler Erklärung, s.u.)

Es regnete nicht nur, es goss in Strömen an diesem Mittwoch, den 16. Juni 2010, in Donostia (span. San Sebastian). Gut, dass der Kursaal, das örtliche Tagungszentrum der baskischen Stadt, einen großen überdachten Vorplatz besitzt. Denn Trauben von Menschen standen Schlange, bis die etwa 200 geladenen Gäste durch waren und wir uns noch in den Saal quetschen durften.

Eine Veranstaltung in Donostia

Die Deputiertenkonferenz Gipuzkoa – die politische Vertretung der Region Gipuzkoa in der Baskischen Autonomen Gemeinschaft (CAV) – hatte Brian Currin und drei … weiterlesen »

Gerry Adams fordert die Freilassung von Arnaldo Otegi

18.07.2010 | Sinn Féin News, 15. Juli 2010

Der Präsident der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin, Gerry Adams, hat die spanische Regierung aufgefordert, das prominente Führungsmitglied der baskischen Unabhängigkeitsbewegung, Arnaldo Otegi, aus der Haft zu entlassen. Gerry Adams erklärte, dass der andauernde Freiheitsentzug von Arnaldo Otegi die Schaffung eines Friedensprozesses im Baskenland noch schwieriger macht.

Fotos: oben: Gerry Adams bei der Eröffnung des An Tine Bheo Memorial Garden im Viertel Short Strand in Ost Belfast (Sinn Féin, 8. Juli, 2010); unten: Arnaldo Otegi und Gerry Adams (GARA, 17. Juli 2010)

Erklärung von Gerry Adams in deutscher Übersetzung:
“Der andauernde Freiheitsentzug von Arnaldo Otegi,einem der Führungsmitglieder der baskischen Unabhängigkeitsbewegung, ist nicht nur undemokratisch, sondern ein Schlag gegen die grundlegenden Prinzipien eines Konfliktlösungsprozesses. Arnaldo wurde im Oktober 2009 zusammen mit anderen Mitgliedern der baskischen Unabhängigkeitsbewegung verhaftet und befindet sich seither (ohne Verfahren und Verurteilung “vorbeugend”) im Gefängnis. Auch Rafa Diez, der ehemalige Generalsekretär der Gewerkschaft weiterlesen »

Fußball und Wirklichkeit

15.07.2010 | Von Ingo Niebel, Junge Welt vom 14. Juli 2010

Spanien: Während der König im Namen »des ganzen Volkes« spricht, beginnt in Madrid neuer Baskenprozeß

Der Titel »Fußballweltmeister« habe »die Spanier« vereint, so lautet der Tenor der Medienberichterstattung zum WM-Abschluß am Dienstag – in Spanien selbst wie international. Tatsächlich versuchten König Juan Carlos ebenso wie Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero am Montag während der Begrüßungszeremonien für das Team von der Iberischen Halbinsel in Madrid diesen Eindruck zu erwecken. Der König fühlte sich bemüßigt, der Mannschaft »im Namen des ganzen Volkes« zu danken – und erwähnte die Galicier, Katalanen, Basken mit keinem Wort. Zapatero verhielt sich ähnlich selbstherrlich und bemerkte, daß der Pokal »allen Spaniern« gehöre.

In der Realität ist davon wenig spürbar. So demonstrierten über eine Million Menschen am Samstag für Kataloniens Unabhängigkeit und das Autonomiestatut. Das spanische Verfassungsgericht hatte ebendieses zuvor in wesentlichen Teilen für ungültig erklärt. Zudem sorgte der immer noch inhaftierte Sprecher der verbotenen Linkspartei Batasuna (Einheit), Arnaldo Otegi, … weiterlesen »

Gegen Madrid

12.07.2010 | Ingo Niebel, Junge Welt vom 12.7.2010

»Wir sind eine Nation«: Über eine Million Katalanen protestieren in Barcelona gegen Beschneidung des Autonomiestatuts (Mit Flagge: Barcelona am Samstag, Foto: AP)

Madrids Mißachtung demokratischer Grundregeln und nationaler Eigenheiten führte am Samstag zu Massendemonstrationen historischen Ausmaßes in Katalonien und auch im Baskenland. In der katalanischen Hauptstadt Barcelona gingen anderthalb Millionen Menschen auf die Straße, so die Veranstalter; die Polizei sprach von 1,1 Millionen. Sie demonstrierten für das Autonomiestatut und gegen das Urteil des spanischen Verfassungsgerichtes von Freitag, das wesentliche Teile desselben kassiert hat.

In der baskischen Küstenstadt Donostia (span.: San Sebastián) zeigten sich mehrere zehntausend Demonstranten solidarisch und forderten das Selbstbestimmungsrecht für das Baskenland. Zu beiden Protestzügen war parteiübergreifend mobilisiert worden. In Barcelona beteiligte sich sogar der sozialdemokratische Präsident der katalanischen Regionalregierung, José Montilla (PSC). Aufgerufen hatten etwa 1 400 katalanische Organisationen wie Parteien, Gewerkschaften sowie Kultur- und Wirtschaftsvereinigungen.

»Wir sind eine Nation« – das Motto, das den Aufmarsch in Barcelona … weiterlesen »

Grossdemonstration für Selbstbestimmung in Barcelona, Solidarität in Donostia

11.07.2010

Über eine Million Menschen demonstrierten gestern für das Recht der Katalanen auf Selbstbestimmung. Grund dafür war das Urteil des obersten spanischen Gerichtshofs, das Teile des mühsam ausgehandelten Autonomiestatuts für nicht-konform mit der spanischen Verfassung erklärte. Das Autonomiestatut war zuvor in langen Verhandlungen vom Regionalparlament in Katalonien und dem spanischen Parlament in Madrid bestätigt und von den Katalanen in einem Referendum angenommen worden. Umso wütender waren die Menschen jetzt über die politische Einmischung des obersten Gerichts, das vor allem die rechtliche Anerkennung der katalanischen Nation aus dem Statut strich.

Im baskischen Donostia (span: San Sebastian) gingen am selben Tag über zehntausend Menschen in Solidarität für den katalanischen Wunsch nach Selbstbestimmung auf die Strasse und demonstrierten für die Anerkennung der Basken und der Katalanen als Nation und für die Selbstbestimmung ihrer Völker.

Zu den Auseinandersetzungen um das neue katalanische Autonomiestatut siehe unten: Ralf Streck, 11.7.2010.

Drohen zwischen Katalonien und Spanien belgische Zustände?

11.07.2010 | Ralf Streck, in Telepolis, 08.07.2010

Das Urteil des spanischen Verfassungsgerichts gegen das Autonomiestatut treibt die Unabhängigkeitsbestrebungen weiter an

Den Katalanen ist definitiv der Kragen geplatzt, nachdem das spanische Verfassungsgericht nun wichtige Teile des neuen Autonomiestatuts gekippt und andere beanstandet hat. Am Samstag werden zahllose Menschen in der katalanischen Metropole Barcelona gegen das Urteil und für das Selbstbestimmungsrecht Kataloniens und die katalanische Nation demonstrieren. Das Gericht, mit fragwürdiger Legitimität, misst sich eine ganz neue Rolle im fragilen Verhältnis zwischen den sogenannten Autonomiegebieten und dem Zentralstaat zu. Verfassungsrechtler sehen das Rückrat des Verfassungspakts gebrochen, der seit dem Ende der Diktatur bestanden hat. Wie zwischen Flamen und Wallonen wird die Kluft zwischen Katalanen und Spaniern immer tiefer. Unabhängigkeitsbestrebungen wie der Flamen in Belgien, der Schotten im Vereinten Königreich und der Katalanen und Basken in Spanien sind wohl nicht mehr aufzuhalten.

Vier Jahre hat das spanische Verfassungsgericht gebraucht, um über das Autonomie-Statut von Katalonien zu entscheiden. Und der gesamte Vorgang kommt … weiterlesen »

News

Was interessiert ein Freispruch? 26.07.2010

Der Direktor der baskischen Zeitung Berria (und ehemalige Direktor der Zeitung Euskaldunon Egunkaria) Martxelo Otamendi darf nicht in die USA einreisen, um am Festival von Boise (Idaho) teilzunehmen, weil “sein spezielles Profil” das verbietet. Otamendi war im April in Spanien vom Vorwurf des Terrorismus freigesprochen worden. Das Verbot der Zeitung Egunkaria wurde für unrechtmässig erklärt. Siehe: Egunkaria Verbot unrechtmässig – Freispruch für die fünf baskischen Journalisten

Facebook löscht Seite von Arnaldo Otegi 22.07.2010

Die Facebookseite “Arnaldo Otegi”, die die Freilassung des seit Oktobers “provisorisch” inhaftierten Politikers der abertzalen Linken fordert, wurde von Facebook ohne Begründung gelöscht. Die Seite hatte 4600 Unterstützer- und Unterstützerinnen. Die neue Seite “Free Arnaldo Otegi” findet man unter: Facebookseite: Free Arnaldo Otegi >>

Neuer Massenprozess gegen baskische Gemeinderäte 15.07.2010

Heute begann in Madrid vor dem spanischen Sondergericht Audiencia Nacional ein neuer Massenprozess. 22 Personen stehen wegen ihrer Aktivitäten für UDALBILTZA vor Gericht. UDALBILTZA ist die Versammlung gewählter Representanten baskischer Städte und Gemeinden. Sie wurde 1999 von fast 2000 Representanten baskischer Städte und Gemeinden gegründet, die aus allen sieben baskischen Provinzen kamen, egal ob unter spanischer oder französischer Verwaltung. UDALBILTZA hat als Ziel, die nationale Identität des Baskenlandes zu bewahren und auszubauen. Wie in anderen Massenprozessen lautet die Anklage, dass diese Aktivitäten – diesmal sind sie kommunalpolitischer Art – von ETA gesteuert seien. Beweise gibt es keine, genausowenig werden auch nur einem der Angeklagten irgendwelche individuelle Straftaten vorgeworfen. Dafür fordern die Ankläger absurde Haftstrafen zwischen 5-15 Jahren für die Angeklagten. Siehe auch: Webseite von UDALBILTZA mit Information in spanischer und englischer Sprache, sowie in Kürze nähere Informationen hier auf Info Baskenland.

Freiheit für Jose Mari Sagardui 04.07.2010

In Zornotza, der Heimatort von Jose Mari Sagardui, haben gestern mehr als 1000 Menschen für die Freilassung des am längsten inhaftierten politischen Gefangenen Europas demonstriert. Der 52- jährige Sagardui sitzt seit 30 Jahren im Gefängnis.
Ginge es nach normalem spanischem Recht, müsste Sagardui seit 2005 wieder in Freiheit sein, doch die nachträgliche Strafverlängerung, die als Parrot-Doktrin bekannt wurde, ermöglicht dem Spanischen Staat die Inhaftierung der politischen Gefangenen auf 40 Jahre willkürlich zu verlängern .
Siehe auch

Nordirische Polizei verhaftet Basken in Belfast 25.06.2010

Der Baske Fermín Vila wurde am Donnerstag abend von der nordirischen Polizei verhaftet, als er das Lokal in Belfast verlies, in dem er arbeitet. Die spanischen Behörden haben einen Haftbefehl wegen angeblicher ETA-Mitgliedschaft und Beteiligung an Anschlägen im Jahr 2001 erlassen. Laut BBC erfolgte die Verhaftung als gemeinsame Aktion von PSNI und Guardia Civil.

Ertzaintza entfernt Gedenktafeln in Azkoitia 20.06.2010

Die Ertzaintza entfernte gestern in Azkoizia Gedenktafeln für die Opfer des “schmutzigen” Krieges im Baskenland. Die Tafeln waren für die linken Aktivisten Ramón Oñederra , Jabier Larrañaga und Jose Luis Salegi angebracht. Larrañaga wurde 1979 in Hendaia mit Maschinengewehren erschossen, Oñederra war 1983 das erste Opfer der Todesschwadronen der GAL und die Leiche von Salegi wurde 1997 in Mexiko gefunden. Die Abertzale Linke merkte in einer Stellungnahme an, dass es wohl kein Zufall sei, dass die PSOE jetzt das Gedenken verbieten wolle. Sie war es schliesslich, die in den 80er Jahren die GAL gegründet hatte.

Tausende bekunden Solidarität mit Angeklagten von Jugendorganisation 20.06.2010

Tausende Menschen haben in Donostia ihre Solidarität mit den Angeklagten der Jugendorganisation SEGI bekundet. Am Ende des Monats beginnt vor der Audiencia Nacional der Prozeß gegen 18 Jugendliche. Ihnen wird vorgeworfen Teil einer terroristischen Vereinigung zu sein.

Demonstration gegen TAV 20.06.2010

Mehrere tausend Menschen haben in Bilbao bei strömenden Regen gegen den Bau des Schienennetzes für Hochgeschwindigkeitszüge demonstriert. Am Anfang der Demonstration war in großen Buchstaben die Zahl 4790 zu lesen.
Die Summe, die jeder Bürger von Araba, Bizkaia und Gipuzkoa mit seinen Steuern für den Bau des Schienennetzes aufbringen muss. weitere Inormationen

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31.07.2010 – Trotz der Einschüchterungs-versuche und Kontrollen durch die Ertzaintza haben an den Stassen des Baskenlandes zahlreiche Menschen für die Rechte der politischen Gefangenen demonstriert.

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19.07.10 Mehrere zehntausend Menschen haben am vergangenen Samstag in Bilbao gegen den neuen Massenprozess gegen die Representanten baskischer Städte und Gemeinden demonstriert.

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Über 10.000 Menschen demonstrierten am Samstag den 11. Juli 2010 im baskischen Donostia ihre Solidarität mit den Katalanen und forderten die Anerkennung der Katalanen und der Basken als Nation.

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29.06.10: Generalstreik im Baskenland – die baskische Polizei Ertzaintza geht aggressiv und brutal gegen Streikposten vor.


28.06.10 “Die baskische Gestapo provoziert und die Gewalttätigen antworten” – unter diesem Titel ist bei Youtube ein Video zu sehen, das die baskische Polizei Ertzaintza zeigt, wie sie ein Volksessen filmt, martialisch bewaffnet. Solcherart Provokationen sind in Euskal Herria seit der spanischen Regierungsübernahme durch PPSOE an der Tagesordnung, auf diese Art soll ein Konflikt beigelegt werden. Die Reaktion der beim terroristischen Essen Heimgesuchten ist unerschütterlich. Quelle: www.baskinfo.blogspot.com/

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